Stromanbieter wechseln – so funktioniert es

Stromanbieter wechselnCheckliste für den Stromanbieterwechsel

Viele von uns alltäglich genutzte Gegenstände brauchen Strom, um zu funktionieren. Vom Fernseher, über den Computer, bis hin zur Kaffeemaschine gibt es heutzutage fast in jedem Haushalt einige wahre Stromfresser. Allerdings wird Strom immer teurer. Die Anbieter erhöhen die Preise, und der Kunde hat das Gefühl, von Jahr zu Jahr mehr Geld für die gleiche Leistung zahlen zu müssen.
Da sich die Preise der verschiedenen Anbieter zum Teil deutlich voneinander unterscheiden, kann es sich durchaus lohnen, den Stromanbieter zu wechseln. Ein durchschnittlicher Haushalt kann mit einem neuen Versorger bis zu mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen. Zudem gibt es seit April 2012 mehr Rechte für Stromkunden. Durch das neue Energiewirtschaftsgesetz ist der Verbraucher nun in einer weitaus besseren Position, wenn er den Stromversorger wechseln möchte.
Übrigens kann es sich nicht nur für Privathaushalte lohnen, zu einem günstigeren Versorger zu wechseln. Auch gewerbliche Betriebe können auf diese weise viel Geld einsparen. Oft gibt es sogar spezielle Tarife, die auf gewerbliche Kunden zugeschnitten sind.
Um einen Anbieterwechsel durchzuführen, kann es sinnvoll sein, vorab eine Checkliste anzufertigen. So hat man eine Übersicht der verschiedenen Schritte, die für den Wechsel nötig sind, und ist sicher, keinen Punkt zu vergessen.

  • 1. Schritt: Aktuellen Vertrag prüfen
    Zunächst sollte man eine aktuelle Stromrechnung sowie den Liefervertrag zur Hand nehmen und notieren, wie viele Kilowattstunden im vergangenen Jahr verbraucht wurden. Denn nur wenn man weiß, wie viel Energie man im eigenen Haushalt benötigt, kann man den Stromanbieter finden, der für die persönliche Situation die besten Konditionen bietet. Im Vertrag sind zudem die Lieferbedingungen und Kündigungsfristen aufgeführt.
  • 2. Schritt: Einen günstigeren Anbieter finden
    Zur Zeit gibt es deutschlandweit rund 900 verschiedene Stromanbieter. Neben den großen Energiekonzernen, die bundesweit die Bürger mit Strom versorgen, gibt es viele kleine, lokale Unternehmen, die nur in bestimmten Gegenden verfügbar sind.
    Am einfachsten funktioniert ein Vergleich der unterschiedlichen Versorger im Internet. Online vergleichen können Verbraucher zum Beispiel unter www.stromrechner.org. Allerdings sollte man am Besten mehrere Vergleichsportale nutzen. Denn teilweise findet man bei einem Portal aktuelle Angebote, die ein anderes noch nicht anzeigt.
    In der Regel reicht es aus, die Postleitzahl und den ungefähren Jahresverbrauch anzugeben, sodass die günstigsten Angebote übersichtlich angezeigt werden.
    Der Preis richtet sich oft auch nach den Zahlungsintervallen. So kann es zum Beispiel sein, dass die monatlichen Kosten im Durchschnitt geringer sind, wenn vierteljährlich oder sogar jährlich bezahlt wird. Da dies normalerweise durch Vorkasse geschieht, besteht hier allerdings ein gewisses Risiko für den Verbraucher. Immer wieder hört man von Unternehmen, die plötzlich Insolvenz anmelden, sodass der Kunde zwar gezahlt hat, die vereinbarten Leistungen aber nicht mehr erhält.
    In die Preiskalkulationen mit einrechnen sollte man auch den Neukundenbonus, den es häufig bei einem Wechsel gibt. Somit fallen im ersten Jahr insgesamt etwas weniger Kosten für den Kunden an.
    Wer Wert auf umweltfreundliche Energie legt, bekommt zusätzlich angezeigt, welche Versorger Ökostrom anbieten.
  • 3. Schritt: Der Link zum Wunschanbieter
    Wer sich für einen Anbieter entschieden hat, findet bei den Stromvergleichsportalen in der Regel einen Link, der direkt zum Wunschversorger führt. Dort sollte sich der Kunde noch einmal vergewissern, dass das Angebot immer noch mit den zuvor angezeigten Angaben übereinstimmt und sich keine aktuellen Änderungen ergeben haben.
  • 4. Schritt: Den Antrag ausfüllen
    Normalerweise kann ein neuer Vertrag gleich online ausgefüllt werden, doch auch der klassische Weg per Post ist möglich. Für den Wechselantrag benötigt der neue Anbieter einige persönliche Angaben, wie den Namen und die Lieferadresse. Durch das neue Energiewirtschaftsgesetz ist der Verbraucher allerdings zu deutlich weniger privaten Angaben verpflichtet, sodass der Datenschutz besser gewährleistet ist. Auch der Name des alten Stromversorgers sowie die Kundennummer, die Nummer des Stromzählers und der aktuelle Zählerstand müssen angegeben werden.
  • 5. Schritt: Zurücklehnen und abwarten
    Danach muss der Kunde im Grunde nichts weiter tun. Die Kündigung des alten Vertrages übernimmt der neue Versorger, sodass der Verbraucher sich nicht mehr darum kümmern muss. Auch am Stromzähler müssen keine Veränderungen vorgenommen werden.
    Durch die neue Gesetzeslage darf der Wechsel nicht länger als drei Wochen in Anspruch nehmen. Innerhalb dieser Zeit bekommt der Kunde die Vertragsunterlagen per Post zugeschickt. Um Irrtümer oder Fehler auszuschließen, sollte man den Vertrag noch einmal gründlich prüfen und dabei vor allem darauf achten, dass alle Zahlen – wie etwa der Zählerstand – korrekt angegeben sind. In den Unterlagen findet der Kunde auch den genauen Wechseltermin.
    Seit April 2012 sind die Stromversorger verpflichtet, den Vertrag für Verbraucher verständlicher zu gestalten. Das heißt unter anderem, dass standardisierte Begriffe verwendet werden müssen, damit der Kunde sofort einen Überblick seiner Vertragsbedingungen und Kosten hat und keine Missverständnisse entstehen können.

Zusätzliche Informationen
Viele Bürger scheuen einen Anbieterwechsel, weil sie Angst haben, dass dabei Fehler passieren und sie im schlimmsten Fall ohne Strom dastehen. Diese Sorge ist aber vollkommen unbegründet, denn der lokale Grundversorger ist gesetzlich zu einer unterbrechungsfreien Belieferung verpflichtet. Auch falls es zu technischen Störungen oder Lieferengpässen kommen sollte, ist der örtliche Versorger weiterhin als Ansprechpartner zuständig.
Wer nach dem Wechsel feststellt, dass der neue Versorger doch nicht den persönlichen Ansprüchen gerecht wird, kann innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen und vom Vertrag zurücktreten.

Erfahrungen, Meinungen, Testberichte, Fragen und Antworten zu Stromanbieter wechseln – so funktioniert es

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Karl Weber September 9, 2013 um 14:57 Uhr

Ich habe einen online Vertrag mit Vorauszahlumg für 1 Jahr abgeschlossen .
Muß ich die Kündigungzeit abwarten ? wenn nicht brkomme ich das zuviel bezahlte zurück ?
Bitte Antwort per E-Mail Danke im Voraus